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VEREINSCHRONIK 1927 - 1959 Die
Anfänge des Fußballsports in Bargau
Nach
dem Ersten Weltkrieg kamen neben dem Turnen die Rasen- und Mannschaftsspiele
auch auf dem Land immer mehr zur Geltung. Zählte bis dahin mehr die Leistung
des Einzelnen, so war es jetzt das Mannschaftsspiel, das viele junge Menschen
begeisterte. In dieser Zeit hielt das Fußballspiel auch in Bargau seinen
Einzug. Eine handvoll junger Bargauer (Georg Grupp, Kilian Zeller, Alfons
Stegmaier, Andreas Haag, Emil, Franz und Willi Kaim, Alfred Rieg), die in Gmünd
das Gymnasium besuchten, kamen dort in der Schule mit dem Fußballsport in Berührung
und nutzten jede freie Minute ihrer Mittagspause zum Fußballspielen. Später
gesellten sich auch Bargauer Arbeiter zu ihnen, die in Gmünd beschäftigt waren
und sich auf diese Weise die Mittagspause vertrieben. Dies waren Josef und Eugen
Mächler und Albert Barth. Zu Hause wurde zumeist auf Bargauer und Bettringer
Wiesen gespielt, sofern es dem wachen Auge des örtlichen Feldschützen und den
Eigentümern entging oder aber man jagte in sicherer Entfernung zum Dorf auf der
‚Heide‘ über dem Birkhof dem runden Leder hinterher. Hier wurde der
angerichtete Flurschaden von den Bauern nicht sofort bemerkt. Trotzdem war immer
jemand zum Wache stehen abgestellt. „Als
Tore dienten je zwei Bohnenstangen, die in den Boden gerammt wurden oder aber
wurden sie mit Steinen markiert. Auch Sportkleidung und Fußballstiefel waren angeschafft, aber mancher konnte sie nicht mit nach Hause nehmen, da es
dort nicht (aus den Aufzeichnungen von Alfred Rieg) Den genannten Spielern
schlossen sich im Laufe der Zeit noch weitere an: Mamertus Schmid, Stefan
Wanner, Heinrich Wanner, Bruno Heiss, Viktor Heiss. Zu ihnen gesellten sich noch
weitere Fußballinteressierte und es entstand eine lose „Spielvereinigung“,
wie sie später in den Büchern des FC Bargau bezeichnet wurde oder „Fußball-Klub“, wie der Protokollführer des TV Bargau sie
nannte. Hinten von links: Heinrich Wanner, Josef Mächler, Emil Kaim, Geiger (Heubach), Georg Grupp, Eugen Mächler, Andreas Haag, Franz Kaim. Vorne von links: Alfons Stegmaier, Kilian Zeller, Albert Barth. Diese Bargauer Fußballer maßen sich auch mit den ersten, offiziell als Verein eingetragenen Fußballclubs der Nachbargemeinden. Eine Notiz in der Chronik des FC ‚Schwaben‘ Heubach (heute TSV) berichtet am 1. August 1920 von einem 3:1-Sieg gegen eine Bargauer Mannschaft. Den traditionsbewussten Turnern vom TV, mit ihrem in Zement gegossenen Regelwerk und ihren restriktiven Moralvorstellungen waren diese Umtriebe natürlich ein Dorn im Auge, zumal es sich bei einigen der jungen Burschen um Mitglieder des Vereins handelte. Für kurze Zeit schienen die Fußballer dann eine Abteilung des TV Bargau gewesen zu sein, denn im Januar und Februar des Jahres 1920 wurden vom Turnverein Verhandlungen mit den jungen Ballsportlern geführt, um sie in den Verein zu integrieren. Wahrscheinlich erhoffte man sich davon die ‚Abtrünnigen‘ wieder besser unter Kontrolle zu bekommen und sie wieder auf den rechten Weg zurückzuführen. Dies geschah dann auch am 29. Februar 1920 und die Fußballer fanden als „Spielabteilung“ Aufnahme in den Turnverein. Der Argwohn der Turner gegen die neu und stark aufkommenden und gänzlich von den Vorstellungen des Jahnschen Turnens abweichenden Ballsportler war groß und so diktierte man den vorwiegend jugendlichen Kickern harte Bedingungen. So musste ein mindestens 20-jähriger den Posten des Abteilungsleiters übernehmen, zu dessen Aufgaben unter anderem die Verwahrung der Bälle gehörte. Alfred Barth übernahm diese Aufgabe und der spätere FC-Vorstand Georg Grupp wurde Kassier (denn die Abteilung war berechtigt einen eigenen Beitrag einzuziehen). Doch die konträren Vorstellungen der traditionsbewussten Vereinsführung und den aufmüpfigen Fußballern sorgten im weiteren Verlauf immer wieder für Spannungen und gipfelten am 25. September 1920 im Austritt der Fußballer. Weil
man sich auch in den Folgejahren nicht in die strenge Ordnung des Turnvereins
einfügen konnte und es neben der Konkurrenzsituation zwischen zwei Sportarten
wohl auch ein Konflikt zwischen den Generationen war, blieb das Verhältnis
gespannt. Fanatische Turner versuchten mit allen Mitteln das Fußballspielen zu
unterbinden. Die Aufzeichnungen des späteren Gründungsmitglieds des 1. FC
Germania Bargau Alfred Rieg berichten, wie dies geschah: „Adlerwirt Zeller hatte erlaubt, dass auf seiner Wiese Richtung
Beiswang gespielt werden durfte. Man hatte dort auch schon feste Tore aus Balken
und Streben angebracht, aber seitens einiger Fanatiker aus dem Turnverein wurde
das Spiel mit dem Ball ungern gesehen und das Fußballspielen in Bargau nahm ein
jähes Ende und damit auch die Spielvereinigung. Während eines Wettspiels
drangen diese Fanatiker mit Stöcken und Prügeln und sonstigen Gegenständen
auf das Spielfeld ein und schlugen mit ihren Waffen unbarmherzig auf die Spieler
beider Mannschaften und auch auf die Zuschauer ein. Die Tore wurden zertrümmert
und Spieler und Zuschauer flüchteten in alle Richtungen. Eine Anzeige bei der
Polizei blieb ohne Erfolg und somit löste sich das Fußballgeschehen wieder
auf.“ Die
Bargauer Fußballer zogen sich vorerst wieder auf die abgelegenen Wiesen zurück,
manche kehrten auch wieder reumütig in ihren alten Verein zurück und „entsagten“
(TV-Protokoll vom 2. Februar 1924) dem runden Leder.
Die Gründung des
1. FC Germania Bargau
Durch
das jähe Ende der „Spielvereinigung“
hatte niemand mehr recht den Mut sich gegen solche Widerstände zu wehren, einen
Fußballverein zu gründen und Fußball zu spielen. Erst mit der aufkommenden
Popularität und dem sportlichen Aufstieg der Gmünder Normannia begann die
Begeisterung für den Fußball in Bargau wieder richtig zu erwachen. Es war
insbesondere Alfred Rieg, der mit Tatkraft und Umsicht eine Vereinsgründung in
die Wege leitete. Er berichtet weiter: „Die
Bargauer Jugend scheute nicht den Weg zum Normanniaplatz um wenigstens Zuschauer
sein zu können. Fast jeder hatte ein Idol der Mannschaft. Der eine den Torhüter
Wild, der andere den Konrad Neher. Auf dem Heimweg wurde dann diskutiert und
immer mehr kam der Wunsch offen zu Tage, selbst spielen zu dürfen. So waren es
Richard Knödler, Fridolin Wanner, Stefan Feifel, Albert Schmid, Josef Schmid,
Isidor Nagel, Franz Nagel und andere, die mich baten doch einen Fußballklub zu
gründen. Mit Anton Köhler wurde auch gesprochen.“ In einer Versammlung am 27. März 1927 konstituierte sich der Fußballclub Germania Bargau mit etwa 20 jungen Mitgliedern, die bisher in den Straßen und Gassen des Dorfes gekickt hatten. Die Wahl ergab folgende Vorstandschaft: Alfred Rieg (1. Vorstand), Richard Knödler (2. Vorstand/Spielführer), Albert Schmid (Kassier/Ballwart), Franz Nagel (Schriftführer), Kilian Zeller (Jugendleiter), Ausschussmitglieder waren Isidor Nagel, Patriz Strobel, Max Krieg, und Fridolin Wanner, der erste Schiedsrichter des Vereins war Patriz Strobel. Als erste Aufgabe sollten neue Mitglieder geworben werden, was auch geschah. Am 11. April 1927 wurde von Alfred Rieg der Antrag für die Aufnahme in den Süddeutschen Fußballverband verfasst. Auf dem Schriftstück war eine Mitgliederzahl von 46 vermerkt.
Mit
großer Opferbereitschaft, Energie und Tatkraft wurden die zukünftigen vielfältigen
Aufgaben und Probleme, die diese Vereinsgründung mit sich brachte, in Angriff
genommen und bewältigt. Das Vereinslokal war, wie bereits erwähnt, der
‚Ochsen‘, die Vereinsfarben waren schwarz/weiß mit einem Kleeblatt als
Monogramm. Als Sportplatz konnte von Josef Zimmermann ‚Beim Brückle‘
(Flurname) ein Grundstück gepachtet werden. Das Geld für die erste Pacht
streckte der Ochsenwirt dem jungen Verein vor, doch die ganze Geschichte hatte
zunächst noch einen Haken. Denn Josef Zimmermann wollte sein Gelände
eigentlich gar nicht verpachten, weil er den Ertrag dieser Wiese dringend
brauchte. Alfred Rieg war jedoch clever und machte dem Bauern, ein gerade zur
Pacht stehendes Gelände von Franz Waldenmaier in der Barrenhalde als Ersatz
schmackhaft, weil der seine Landwirtschaft just in diesen Tagen aufgegeben
hatte. Bei den nächtlichen Verhandlungen in der Stube Zimmermanns bei der auch
noch der Ochsenwirt, Richard Knödler und Eugen Bläse anwesend waren, brachte
Zimmermanns Frau den Einwand vor, dass das zu pachtende Gelände viel zu weit
weg und außerdem viel zu schwer zu bewirtschaften sei. Wieder musste Alfred
Rieg in die Trickkiste greifen und man kam zu der Abmachung, dass die Fußballer
als zusätzliche Gegenleistung zur Pacht jedes Jahr die Heuernte auf dem Gelände
für die Familie Zimmermann übernehmen würden. Jetzt war auch Frau Zimmermann
beruhigt und in den frühen Morgenstunden kam man endlich zum erhofften Geschäftsabschluss,
was Zimmermann in der Folgezeit noch lange Vorhaltungen einbringen sollte.
Anderntags pachtete der ‚Ochsenwirt‘ das Gelände in der Barrenhalde und
schon bald begannen die Fußballer den Platz ‚am Brückle‘ herzurichten und
mit der 1. Mannschaft ab Herbst 1927 an den Spielen der Kreisklasse II des
Kocher-Rems-Gaues teilzunehmen. Die Auswärtsspiele besuchte man auf Schusters
Rappen oder mit dem Fahrrad, manchmal auch auf der Ladefläche eines Lastwagens,
den man für den Spieltag auftreiben konnte. Hinten
von links: Richard Knödler, Bernhard Abele, Konrad Hieber, Patriz Stegmaier,
Erwin Krieg, Alois Rieg, Paul Nagel, Franz Klein, Hugo Ziller, Viktor Heiss,
Bruno Wanner. Vorne von links: Emil Zeller, Alfons Rieg, Benno Staiber Im
Sommer 1927 stellte sich dann auch gleich der erste hervorzuhebenden sportliche
Erfolg des neu gegründeten Vereines ein. Bei der Teilnahme an einem
Pokalturnier in Leinzell erreichte man mit einem 2:0-Sieg über Eintracht Unterböbingen
das Finale, in dem man dem SV Hussenhofen nur knapp mit 1:2 unterlag. Die
Aktivitäten blieben jedoch nicht nur auf den grünen Rasen beschränkt, denn
neben dem Spielbetrieb wollte man auch auf kulturellem Gebiet zur Bereicherung
des Gemeindelebens beitragen und es wurde beschlossen, neben Veranstaltungen wie
Ausflügen, Fasching und Gartenfesten eine Theatergruppe zu bilden. Die
Einnahmen aus diesen Aufführungen bildeten viele Jahre den finanziellen
Grundstock des Vereins. Außerdem vertrat man die Bargauer Farben auch außerhalb
des Ortes. So beteiligte man sich mit 70 Personen am 1. Leichtathletik-Gaufest
in Heubach und erhielt den ersten Preis beim Festzug und einen Dritten beim
4x100m-Staffellauf. Als Generalprobe für die Verbandsrunde, richtete man am 21.
August 1927 ein Pokalturnier für vier Mannschaften aus. Zu Gast waren zwei
Teams aus Heubach, eines aus Hussenhofen und der Lokalrivale aus Oberbettringen.
Zwischen September und Dezember bestritt man die Verbandsrundenspiele in der
Kreisklasse II. Die erste Jahreshauptversammlung fand am 5. Oktober 1927 im Gasthaus Ochsen statt und brachte bereits die erste Veränderung an der Vereinsspitze, nachdem der bisherige 1. Vorstand, Alfred Rieg wegen „unsportlichen Betragens auf dem Sportplatz“ satzungsgemäß aus dem Verein ausgeschlossen wurde. Welchen Fehlverhaltens der Gründer sich damals schuldig gemacht hat, ist den Protokollbüchern nicht zu entnehmen. Doch auch die kommenden Jahre bis zum Krieg werden zeigen, dass es um die Kontinuität in der Vorstandschaft des FC Germania Bargau nicht allzu gut bestellt war. Nicht selten kam es zu überraschenden Wechseln an der Spitze des Vereins. Wendelin Schmid beerbte Alfred Rieg als 1. Vorstand und Kilian Zeller wurde sein Stellvertreter, Schriftführer wurde Rudolf Mächler. Die
ersten Jahre bis zum Krieg
Das
Jahr 1928 begann mit einem Privatspiel beim FC Schwaben Heubach, das die
Platzherren mit 2:0 für sich entscheiden konnten, doch mit der Einschränkung,
dass die Partie „wegen Defekts sämtlicher
Bälle“ nicht ganz ausgetragen werden konnte. Mehr Erfolg hatte man dann
am 4. und 5. Februar, als unter der Regie von Kilian Zeller das Theaterstück
‚Wo Muttertränen fließen‘ in Beisein von zahlreichen Zuschauern zur Aufführung
kam. Der Reingewinn aus den Aufführungsabenden betrug 162,49 Rentenmark, wovon
100 RM an Anton Köhler als Pachtgeld abgetreten werden mussten. Am 26. Februar
1928 stand bereits die nächste ‚Generalversammlung‘ auf dem Programm und
damit wieder einige Veränderungen in der Vorstandsetage. Wendelin Schmid wurde
zwar als 1. Vorstand wiedergewählt, als sein Stellvertreter löste Patriz
Strobel Kilian Zeller ab. Auch Schriftführer Rudolf Mächler wurde ersetzt und
Franz Nagel übernahm an seiner Stelle das ‚Vereinsbuch‘. Das Frühjahr 1928 stand
ganz im Zeichen der Vorbereitung für die im Juni geplante Platzeinweihung. Für
diesen Zweck konnte der Musikverein gewonnen werden. Die Kosten von 65 RM für
die Verpflichtung der Musiker übernahm Ochsenwirt Alfred Köhler. Fußballspiele
und leichtathletische Wettkämpfe standen dann am 3. Juni 1928 im Mittelpunkt
der festlichen Einweihung der Sportplatzes. Besondere Freude rief dabei der
erste Sieg des FCB gegen den FC Schwaben Heubach hervor. Und der nächste
herausragende sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Am 6.
September 1928 gewann die 1. Mannschaft den Dinkelacker-Pokal. Von
links: Georg Grupp, Kilian Zeller, Rudolf Mächler, Eugen Bläse, Fridolin
Wanner, Richard Knödler, Jakob Krieg, Franz Nagel, Josef Schmid, Bruno Wanner,
Wendelin Schmid, Schiedsrichter Knödler. Vorne: Isidor Nagel, Stefan Feifel,
Viktor Heiss. Um
den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, packten die damaligen Spieler
jede Gelegenheit beim Schopf, den Kassenbestand der meist schwindsüchtigen
Vereinskasse zu verbessern. Daß dabei manchmal die Rechnung ohne den Wirt
gemacht wurde, zeigt folgender Protokollbucheintrag: „Josef Zimmermann schickt eine Rechnung mit RM 40,- für angeblich
nicht (oder zu wenig) Helfen beim Heuen“. Doch der Vereinsvorstand nahm
dies gelassen und ließ ins Protokollbuch aufnehmen: „So rasch aber schießen die Preußen nicht!“ Auf der
Jahreshauptversammlung 1929 wurde Georg Grupp zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt,
sein Amt trat er dann 1933 wieder an seinen Vorgänger Wendelin Schmid ab. Ein
Markstein im Vereinsleben war am 19. April 1933 der Kauf des gepachteten Platzes
von Josef Zimmermann. Hier war es wieder einmal Lokalwirt Anton Köhler, der
durch großzügige finanzielle Hilfe den Kauf des Geländes möglich machte.
Unter dem Einfluss der neuen nationalsozialistischen Regierung wurde auch die
Erstellung einer Vereinssatzung und der Eintrag ins Vereinsregister am
Amtsgericht in Gmünd notwendig. Der Verein war somit eine eigene Rechtsperson
geworden. Im täglichen Leben
des Vereins änderte sich ansonsten nichts weltbewegendes. Der Übungs- und
Spielbetrieb verlief in geregelten Bahnen und von Zeit zu Zeit wurden die Posten
in der Vereinsführung getauscht. Im Jahr 1936 übernahm Patriz Stegmaier die
Amtsgeschäfte von Wendelin Schmid und noch im selben Jahr erfüllten sich zwei
lang gehegte Wünsche. Zunächst errichtete man im April beim Sportplatz eine Hütte
für die Ausrüstung und Gerätschaften und dann sicherte sich die erste
Mannschaft im Juli den Aufstieg in die Kreisklasse I. Die
Jahre zwischen 1937 und 1939 standen schon im Schatten drohenden des
Kriegsausbruches. Sitzungen und Versammlungen wurden von der Vereinsmitgliedern
kaum noch besucht, geschweige denn Verantwortung übernommen. Die Vereinsführung
wechselte innerhalb dieser zwei Jahre nicht weniger als sechs Mal. Zunächst
stellte Patriz Stegmaier im Januar 1937 sein Amt als Vorstand aus beruflichen Gründen
zur Verfügung. Weil sich jedoch kein Nachfolger fand, musste satzungsgemäß
sein Stellvertreter Richard Knödler die Geschicke des Vereins bis zur nächsten
Hauptversammlung leiten. Am 13. Februar wurde dann Franz Nagel von den
Mitgliedern zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt, doch kurz nach den
Feierlichkeiten zum 10-jährigen Vereinsjubiläum, trat er überraschend zurück.
Ein knappes halbes Jahr nach seinem Ausscheiden stellte sich dann kurzzeitig
wieder Patriz Stegmaier ans Ruder des ins Schlingern geratenen Vereinsschiffs.
Auch, dem im Februar 1938 gewählte Franz Klein blieb nicht viel Zeit, denn mit
dessen Einberufung im Januar 1940 musste wieder Patriz Stegmaier als letzter
verbliebener Rettungsanker einspringen. Augenscheinlich passt dieser ständige Wechsel an der Spitze des Vereins zu den Turbulenzen der Zeit. Nicht selten wird in den Protokollen von Einberufungen zur Wehrmacht berichtet, die Neuwahlen nötig machten und den regelmäßigen Spielbetrieb nachhaltig störten. Auch bei der zwischenzeitlich letzten Eintragung ins Protokollbuch von der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 1940 wird festgestellt, dass nur noch ein kleiner Teil der älteren Mitglieder anwesend sei. Darüber hinaus gedachte man des Todes, des größten Förderers des Vereins, Anton Köhler. Der Ochsenwirt war am 8. Februar 1940 gestorben. Die Versammlung stimmte außerdem darüber ab, ob der laufende Verbandsspielbetrieb, Kriegsmeisterschaft genannt, angesichts der Personalnot überhaupt aufrecht erhalten werden sollte. Allerdings entschloss man sich, die erste Mannschaft mit Spielern der Jugendmannschaft aufzufüllen und die Runde ordentlich zu beschließen. Den im Feld stehenden Sportkameraden wurden Feldpostpäckchen geschickt. Trotz aller Schwierigkeiten konnte die A-Jugend im selben Frühjahr noch Kreismeister werden. Mit diesem Hauptversammlungsprotokoll endeten die Eintragungen und begannen erst wieder im Januar 1946. 22 Mitglieder des Vereins verloren in den Wirren dieses sinnlosen Krieges ihr Leben und ließen in ihren Familien und auch im 1. FC Germania Bargau tiefe, nicht zu schließende Lücken zurück.
Die Vereinsvorstände
des FC Germania Bargau in der Zeit von 1928 bis 1940: von links: Wendelin
Schmid, Georg Grupp, Franz Nagel, Patriz Stegmaier, Franz Klein.
Neuanfang
in der Nachkriegszeit
Trotz der tiefen Wunden, die der Krieg geschlagen hatte, wurde
alsbald auch beim 1. FC Germania Bargau mit dem Wiederaufbau begonnen. Bereits
im Sommer des Jahres 1945 war eine neue, schlagkräftige Mannschaft aufgebaut
worden und nahm an den Verbandsspielen in der Kreisklasse teil. Die erste
Generalversammlung nach dem Krieg fand dann am 18. Januar 1946 im Ochsen statt
und bei den Neuwahlen wurde folgende neue Führungsmannschaft mit der Leitung
des Vereins betraut: Franz Nagel (Vorstand), Gebhard Bläse sen. (2. Vorstand),
Fridolin Wanner (Kassier), Anton Waldenmaier (Schriftführer), Alfred Vogt,
Josef Grupp (Spielleiter). Noch im selben Jahr wurde die 1. Mannschaft Meister
der Kreisklasse. In den 16 Partien blieb man ungeschlagen. Auf den damit
verbundenen Aufstieg in die Bezirksklasse wurde jedoch zunächst verzichtet, da
man sich aus finanziellen Gründen die weiten Fahrten nicht zutraute. Trotzdem
leistete man sich am Abend des 5. Mai eine unvergessliche Meisterschaftsfeier für
die junge Mannschaft, die in Mittelstürmer Karl Stütz und Torhüter Kurt Haag
ihre Stützen hatte. Im Oktober 1946 wurden die gewählten Vertreter des FC
Bargau von den Verantwortlichen des TV Bargau zu Gesprächen über eine Fusion
ins Gasthaus ‚Lamm‘ eingeladen. Die Gespräche und Vorarbeiten für einen
Zusammenschluss der beiden Bargauer Sportvereine verliefen sehr
vielversprechend. Selbst beim sensiblen Thema des Vereinsvermögens kamen sich
beiden Delegationen nach langen Gesprächen näher und es wurde beschlossen, die
Entscheidung an die jeweilige Mitgliederversammlung der Vereine zu übertragen.
Eine Annäherung der beiden Vereine ergab sich mitunter aus der Tatsache, dass
man sich gegenseitig die vereinseigenen Sportstätten zur Verfügung stellte. So
durfte der FCB die TV-Halle für jährlich drei Großveranstaltungen und zwei wöchentlichen
Trainingsstunden nutzen, während die TV-Handballer ihre Spiele auf dem
FC-Sportplatz austrugen. Auch die Tradition der weihnachtlichen Theateraufführung
wurde beibehalten und so wurde am 1. und 6. Januar 1947 in der vollbesetzten
TV-Halle das Stück ‚Der Glockenguss zu Breslau‘ auf die Bühne gebracht und
man erwirtschaftete einen sensationellen Reinerlös von 900 RM. Auf der zwei
Wochen später stattfindenden Jahreshauptversammlung beerbte Franz Klein Franz
Nagel als 1. Vorsitzender. Er stellte dann der Versammlung auch die Frage, ob
man einen Zusammenschluss mit dem TV Bargau wolle. Nach langen Diskussionen kam
man zu dem Entschluss die Entscheidung so lange zu vertagen, bis die stattliche
Zahl noch in Kriegsgefangenschaft befindliche Vereinsmitglieder sich dazu äußern. Das
20-jährige Vereinsjubiläum wurde am 1. Juni 1947 standesgemäß mit einem
Pokalturnier begangen. Dabei ließ der SV Hussenhofen, den FC Stern Mögglingen,
die SG Bettringen und dem TSV Heubach hinter sich und sicherte sich den
Siegerpokal. An diesem Tag spielten die Gründungsmitglieder des FCB zum letzten
Mal in einer Mannschaft und unterlagen gegen die Senioren des TSV Heubach bei brütender
Hitze mit 1:3 Toren. Das Spieljahr 1946/47 beendete die erste Mannschaft von
Spielleiter Alfred Vogt in der A-Klasse auf einem ausgezeichneten zweiten Platz.
Der Reinerlös der Feierlichkeiten wurde unter anderem auch für einen gute
Zweck eingesetzt. So beschloss man zum Jahreswechsel 1947/48 allen
Hinterbliebenen von den im Krieg gefallenen 22 Mitgliedern eine einmalige Spende
von RM 50 zukommen zu lassen. Ein halbes Jahr später wäre eine solch großzügige
Geste wohl nicht mehr möglich gewesen, denn die Folgen Währungsreform entzogen
dem Verein die finanzielle Basis und zwang die Verantwortlichen wieder einmal
zum Neubeginn. So steht u.a. im Protokollbuch: „Der
Osterausflug des 1. FC Germania Bargau nach Neudorf in Baden fand infolge
Benzinknappheit und zu teurer Bahnbeförderung leider nicht statt“. Eine
Anpassung der Eintrittspreise bei Heimspielen und des Mitgliedsbeitrages war in
diesem Zusammenhang ebenfalls unerlässlich. Vereinsmitglied konnte man fortan für
2 DM im Jahr werden, die Heimspiele sah man für 20 Pfennige. Für sportlichen
Erfolg sorgten die A-Jugendlichen des FCB. Mit drei Punkten sicherte man sich
den Meistertitel vor dem TSV Bartholomä. Das
Jahr 1949 begann mit zwei Aufführungen der Operette „Über Land und Meer“
unter der musikalischen Leitung von Oberlehrer Deininger und mit der Unterstützung
des Liederkranzes. Die Chronik berichtet von einem nie dagewesenen Erfolg,
obwohl die Veranstaltung aufgrund einer Auseinandersetzung mit den
Verantwortlichen des TV Bargau wegen der Halle fast nicht zustande gekommen wäre.
Der damalige Schriftführer Anton Waldenmaier notierte: „Die Spielleiter Richard Knödler und Franz Nagel und die
Schauspielerinnen und Schauspieler Roswitha Heiss, Lore Haag, Josef Grupp, Oskar
Wanner, Alfred Barth, Rudolf Meier, Kurt Haag, Josef Wiedmann und Jakob Kübler
haben gespielt wie noch nie und es waren zwei Ehrentage unseres Vereins, auf die
wir mit Stolz zurückblicken dürfen.“ Genau 80 Mitglieder zählte der 1.
FC Germania Bargau an seiner 22. Jahreshauptversammlung am 30. Januar 1949 als
der 26-jährige Josef Grupp im Vereinslokal ‚Ochsen‘ als Nachfolger, des aus
beruflichen Gründen ausscheidenden Franz Nagel in geheimer Abstimmung zum 1.
Vorsitzenden gewählt wurde. Während man in den Jahren zuvor immer nur einen
Faschingsball für die eigenen Mitglieder im ‚Ochsen‘ durchgeführt hatte,
entschloss man sich im Februar 1949 erstmals wieder für die Ausrichtung eines
öffentlichen Faschingsballs in der Turnhalle. Etwas gedämpft war die Freude über
den Erfolg der Veranstaltung, weil die alte Rivalität mit dem TV Bargau darin
gipfelte, dass der Ausschank von alkoholischen Getränken vom Hallenbesitzer
selbst übernommen wurde. Unter der Leitung von Vorstand Josef Grupp wurde im März
1949 die alte Sportplatzhütte abgerissen und durch einen massiven Bau im
Verlauf des Frühjahres und des Sommers ersetzt. Das Richtfest für die Baumaßnahme
fand am 18. August im ‚Ochsen‘ statt. Geld wurde auch in ein neues Trikot im
Zebra-Design für die erste Mannschaft investiert, außerdem wurde für das
Spieljahr 1949/50 mit Alois Höfer aus Gmünd erstmals ein Trainer eingestellt.
Die Vereinsmitglieder wurden natürlich hellhörig und über die Kosten dieses
ersten offiziellen Vereinsangestellten schwiegen sich die Verantwortlichen
jedoch zunächst aus. Im weiteren Verlauf des Jahres sickerte dann durch, dass
er 8 DM pro Trainingsabend bekam.
Die fünfziger
Jahre - Sportplatzbau und Aufstieg in
die A-Klasse
Ein
wahrer Boom im Jugendbereich und ein ständiges Bangen um den Aufstieg in die
A-Klasse oder den Klassenerhalt prägten die fünfziger Jahre und daran änderte
auch der Trainer aus Gmünd nichts. Am 6. August 1950 weihte man bei herrlichem
Sommerwetter die neue Sportplatzhütte offiziell mit einem Gartenfest und einem
Pokalturnier ein. In Begleitung des Musikvereins marschierten die teilnehmenden
Mannschaften aus Unterböbingen, Bartholomä, Bettringen und Heubach vom
‚Ochsen‘ zum Sportplatz. Erstmals wird 1951 berichtet, dass die Trikots der
fußballspielenden Mannschaften von der Wäscherei Drah gereinigt wurden.
Mehrere schwerwiegende und kostspielige Verletzungen bei den aktiven Fußballern
ließen den Abschluss einer Sport-Unfallversicherung nötig werden, außerdem
wurde mit Manfred Stöffler, einem Spieler des FC Normannia Gmünd ein neuer
Trainer für die Fußballer eingestellt. Doch auch der konnte nicht verhindern,
dass man im Jubiläumsjahr den schweren Gang in die B-Klasse antreten musste.
Trotzdem erlebte Bargau am 14. und
15. Juni 1952 zwei eindrucksvolle Festtage, die an die Gründung des FCB
erinnern sollten. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten im Festzelt stand die
Ehrung der Gründer von 1927 und langjähriger, verdienter Mitglieder. Der langjährige
Schriftführer des FCB, Hugo Ziller, schilderte den Verlauf des Jubiläums im
Protokollbuch folgendermaßen: „Mit einem Festbankett am Samstag begannen die Jubiläumsfeierlichkeiten
des 1. FC Germania. Trotz des etwas unbeständigen Wetters, war das Festzelt bis
auf den letzten Platz gefüllt. In seiner Begrüßungsansprache gedachte
Vorstand Josef Grupp vor allem jener Männer, die den Verein vor 25 Jahren gegründet
hatten. Abschließend kam die Ehrung der noch lebenden Vereinsgründer: Dabei
wurden Thomas Barthle, Adalbert Funk, Bruno Heiss, Viktor Heiss, Richard
Knödler,
Alfons Krieg, Jakob Krieg, Albert Schmid, Adolf Stegmaier, Patriz Strobel, Franz
Nagel, Fridolin Wanner und Kilian Zeller benannt. Die silberne Vereinsehrennadel
für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten: German Abele, Franz Klein, Josef
Klotzbücher, Pius Köhler, Hermann Maier, Hermann Stegmaier, Adolf Wanner, Hugo
Ziller. Eine Auszeichnung für besondere Verdienste ging an: Bernhard Abele,
Albert Barth, Georg Grupp, Wendelin Schmid und Patriz Stegmaier. Voller Stolz
und bis in den frühen Morgen hinein hörte die Vereinsfamilie von Franz Nagel
Anekdoten und Berichte aus der Vereinschronik. Um 5 Uhr früh weckten dann Böllerschüsse
[vom Birkhof herab] die Festgemeinde
im Tal und riefen zum gemeinsamen Kirchgang. Mittags zog ein Festzug zum Sportplatz, wo inzwischen bereits die
Pokalspiele begannen. Das Jubiläumsspiel Bargau gegen die Sportfreunde Gmünd
übte große Anziehungskraft aus und endete mit einer Überraschung, gelang es
doch, der sich gut einsetzenden Bargauer ersten Mannschaft, die etwas
unkonzentriert spielenden Sportfreunde mit 2:1 Toren zu besiegen.“ Das
Vereinsjubiläum muss auch in finanzieller Hinsicht ein Erfolg gewesen sein,
denn großzügig unterstützte man den freundschaftlich verbundenen TSV
Bartholomä mit 20 Mark beim Bau der vereinseigenen Turnhalle und investierte
300 DM zur Anschaffung neuer Kickschuhe für die Jugendfußballer. Hintere
Reihe von links: Stefan Knödler, Gebhard Bläse, Philipp Barth, Paul
Waldenmaier, Alois Barth, Oskar Wanner, Benno Barth, Eugen Barth (Maler), Karl
Stütz, Eugen Barth (Schuhmacher). Vordere Reihe von links: Otto Nagel, Georg
Wanner, Oskar Barth Einen
ersten kurios anmutenden Antrag auf Entschädigung durch die abgeschlossene
Unfallversicherung brachte ein Ausschussmitglied ein. „Die Ehefrau des Gründungs- und Ausschussmitgliedes [...] wurde bei
einem Fußballwettspiel von einem Ballabschlag am Kopf getroffen und bekam
wenige Sekunden einen Durmel.“ Der Ausschuss lehnte den Antrag jedoch ab.
Die Entscheidung des Ausschusses scheint dem Betroffenen nicht sonderlich
geschmeckt zu haben, denn wenige Wochen später wurde er vom selben Gremium vom
Verein ausgeschlossen. Über die genauen Gründe für diesen Vereinsausschluss
schweigt sich die Chronik jedoch aus. Mit dem Erlös der weihnachtlichen
Theateraufführung unterstützte der FC Bargau die Anschaffung einer großen
Glocke für die St. Jakobus-Kirche. Das Jubiläumsjahr scheint die
Verantwortlichen eine Menge Energie abverlangt zu haben, denn in der letzten
Ausschußsitzung vor der Jahreshauptversammlung im März 1953 gab Vorstand Grupp
zu Protokoll, nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Daraufhin
drohten auch alle anderen Ausschußmitglieder mit ihrem Rücktritt und Schriftführer
Hugo Ziller, der sich als einziger nicht anschloss, appellierte in markigen
Worten „das Erbe der Gründer nicht
leichtfertig aufs Spiel zu setzen.“ Einer beherzten Rede von
‚Ochsenwirt‘ Paul Baumhauer am Versammlungsabend war es dann zu verdanken,
dass sich sowohl der 1. Vorstand und ein Großteil der Ausschussmitglieder dann
doch wieder zur Wahl stellten. Denkbar
knapp schrammten die aktiven Kicker dann im Mai 1953 am direkten Wiederaufstieg
in die A-Klasse vorbei. In den Aufstiegsspielen auf dem TG-Platz in Schwäbisch
Gmünd konnte man sich nicht gegen die Teams aus Bettringen und Waldstetten
durchsetzen und musste ein weiteres Jahr in der B-Klasse verbleiben. Ein Jahr später
sah es dann aber schon wieder viel besser aus. Die Truppe von Spielleiter Alfred
Vogt steigerte sich im Lauf der Runde gewaltig und sicherte sich den Titel
1953/54 in der B-Klasse und den damit verbundenen Wiederaufstieg in die
A-Klasse. Standesgemäß wurde der Erfolg mit einem Kameradschaftsabend im
‚Ochsen‘ gefeiert, zu dem alle Mitglieder eingeladen waren und jeder Gast fünf
Biermarken bekam. Hintere
Reihe von links: Alois Barth, Oskar Wanner, Georg Wanner, Bernhard Rieg, Paul
Waldenmaier, Berthold Bläse, Oskar Barth, Otto Nagel, Spielleiter Alfred Vogt.
Vordere Reihe von links: Benno Barth, Franz Hartmann, Gerhard Krieg. Nach
langen Verhandlungen wurde Ende des Jahres 1955 auch der Grundstückserwerb von
Xaver Barthle zur Sportplatzerweiterung über die Bühne gebracht. Zur
Geldbeschaffung für den Verein ließ man sich damals allerhand einfallen. Zum
einen wurden über Jahre hinweg in Mitgliederkreisen Rasierklingen verkauft. Für
diesen Zweck hatte man mit Oskar Wanner eigens einen Verantwortlichen bestimmt.
Und auch an einer anderen kuriosen Verkaufsveranstaltung war der rührige
Vereinsfunktionär beteiligt. Nachdem wegen schlechter Witterung das
traditionelle Gartenfest im Jahr 1955 zweimal abgesagt werden musste, entschied
man sich angesichts der großen Menge an eingekauften Würsten und Brot zu einer
spektakulären Aktion. Im Auto fuhr er zusammen mit Alfons Stütz, Alfred Vogt
und German Abele durchs Dorf und letzterer sorgte als alter Musiker mit seinem
Blasinstrument für die notwendige Aufmerksamkeit. Im Nu hatte das Quintett alle
Lebensmittel verkauft und dem FCB einen großen finanziellen Verlust vermieden.
Mit großem Erfolg endete auch die Verbandsspielrunde 55/56 der A-Klasse. Während
die erste Mannschaft einen ausgezeichneten sechsten Rang belegte, sicherte sich
die Reservemannschaft den Meistertitel. Von links: Eugen Haag, Hans Stegmaier, Benno Waldenmaier, Heinz Heiss, Paul Dolderer, Ewald Waldenmaier, Georg Rieg, Walter Falkinger, Josef Haasl, Edelbert Barth, Manfred Baier Im
September 1956 sollten weitere Grundstückskäufe eine Sportplatzerweiterung ermöglichen.
Die nicht ausreichenden finanziellen Mittel des Vereins und die unnachgiebige
Haltung der Eigentümer ließen die ursprünglichen Erweiterungspläne von Josef
Grupp jedoch scheitern, so dass man sich für eine Verlegung des Spielfeldes
entschied. Die Arbeiten am Sportplatz und deren Finanzierung erforderten den
Einsatz aller Vereinsmitglieder. Zuschüsse von der Gemeinde, der
Totogesellschaft und eine Sammlung bei den Mitgliedern bildeten den Grundstock
dieses Projekts, das von Alfred Vogt geleitet wurden. Am 10. April 1957 ging es
los. Eine beauftragte Firma bewegte die Erdmassen Richtung Bach und mit Unterstützung
von Albert Barth (Hause), vermaßen Josef Dangelmaier und Alfred Staiber die
Drainagegräben, die dann in den nächsten beiden Monaten zur Entwässerung des
Platzes gegraben wurden. Erst da zeigte sich, dass die Einebnungsarbeiten nicht
ganz den Vorstellungen der Planer entsprachen und weil das Geld knapp war,
musste man nach einer anderen Lösung suchen. Mit Hilfe der Gemeindeverwaltung
und durch die Vermittlung von Landrat Burkhardt nahm eine amerikanische Einheit
aus der Hardtkaserne die neuerliche Planierung des neuen Sportplatzes im Herbst
1957 vor. Noch vor dem Winter wurde der Platz dann noch gepflügt und an der
Nord- und Westseite um die neue Anlage wurden 15 von Alfred Vogt gestiftete
Birken gesetzt. Hintere
Reihe von links: Spielleiter Ernst Hackl, Eugen Bläse, Kuno Wanner, Siegfried
Rieg, Berthold Bläse, Alois Bolsinger, Edelbert Barth, Ewald Waldenmaier, Hans
Krauss. Vordere Reihe von links: Otto Nagel, Johann Hackl, Albert Haag, Manfred
Baier, Franz Hartmann. Mit
einer gelungenen Familienfeier im ‚Ochsen‘, die schon seit einigen Jahren
die weihnachtlichen Theateraufführungen in der TV-Halle abgelöst hatten, wurde
das arbeitsreiche Jahrzehnt des Wiederaufbaus abgeschlossen.
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